Printausgabe vom 14.05.2008 FNP
Boxer zeigen große Sprünge & gutes Benehmen
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Staffordshire-Boxer-Mischling Spike ist ein richtiges Kraftpaket und kaum zu bremsen. Beim Tag der offenen Tür des Boxer-Klubs demonstrierte er das eindrucksvoll, denn kein Hindernis war ihm auf dem anspruchsvollen Parcours zu hoch. Foto: Rainer Rüffer
Sachsenhausen. „Noch zwei Wochen, dann nächste Woche, dann noch soviel Tage, wuff, die gehen mir auf den Keks.“ Was die Hündin Amanda im Internet über sich zu berichten weiß, ist auch für Menschen eine durchaus vertraute und leidvolle Erfahrung. Umschreiben könnte man sie mit den Worten „Prüfungsstress einer Boxerin“. Doch das war zur Begleithundeprüfung im vergangenen Mai. Zum diesjährigen Tag der offenen Tür des Boxer-Klubs Gruppe Frankfurt wollte die Boxerhündin zeigen, dass sie auch zu Höherem geboren ist.

Und so erfreute Amanda zusammen mit einer illustren Gruppe von Boxern das Publikum auf dem Vereinsgelände vor den Toren des Wäldchestages. Darunter auch Maddox, der sich noch jung an Jahren dem Publikum sogar mit Eintrachtschal präsentierte. „Stürmisch genug ist er allemal“, kommentierte die erste Vorsitzende Martina Menzel lachend. Ihr Verein ist freilich nicht mehr ganz so jung: Immerhin feiert die Gruppe Frankfurt in diesem Jahr ihr 105-jähriges Bestehen.

Was Amanda allerdings wenig interessierte. Zusammen mit Kevin und Don forderte sie den Helfer und zweiten Vorsitzenden Sven Wetzel zu Höchstleistungen heraus: Denn bei sommerlichen Temperaturen wegen einer Beißwurst energiegeladen um die Wette zu rennen ist bestimmt kein Zuckerschlecken. Im Hundelatein bezeichnet man diese sportlichen Leistungen als Schutzdienst, der zur Vielseitigkeitsprüfung für Gebrauchshunde vorbereitet. Und dabei auch ein ums andere mal die Halter fordert.

Doch auch Boxer fängt zunächst einmal klein an: Bei Fuß um Menschentrauben herumgehen, auf Kommando liegen bleiben und nur auf Geheiß apportieren gehört eher zu den einfacheren Übungen. „Ab 15 Monaten können unsere Hunde die Begleitprüfung ablegen und somit ihre gesellschaftliche Tauglichkeit zeigen“, erklärte Martina Menzel. Was freilich ein gleichzeitiges Training im Schutzdienst nicht ausschließt. Denn ambitionierte Boxer lernen schon im Welpenalterzu gehorchen und Fährten richtig zu orten.

Ambitioniert ist freilich auch die Vorsitzende. Im vergangenen Oktober konnte sie nach erfolgreicher Zucht einen neuen Wurf Welpen vermelden. „Nach einem ausführlichen Gesundheitscheck der Eltern muss man richtig einschätzen, welcher Rüde und welche Hündin charakterlich am besten zusammenpassen“, weiß sie. Denn seit der Gründung im Jahr 1893 tragen die Mitglieder Sorge dafür, dass ihre Boxer Klasse und Rasse zeigen. Derzeit zählt der Verein 110 Mitglieder. Zum Training sind aber auch andere Hunde zugelassen. So auch der Staffordshire-Boxer-Mischling Spike, der das Publikum mit seinem tollkühnen Sprüngen und mühelosen Überwinden von Kletterwänden verblüffte.

Doch unter den eingefleischten Fans scheint ein unumstößliches Motto zu gelten: Einmal Boxer, immer Boxer. Dem folgt auch Angelina Leither, Frauchen von Maddox: „Schon meine Eltern sind diesen Hunden treu geblieben. Boxer sind einfach lieb, treu und gelehrig wie sonst kaum eine andere Rasse“, betont sie. Und ist sich sicher: Auch ihr Maddox wird das volle Programm absolvieren. Zunächst kommt aber schon bald die Begleithundeprüfung.

Amanda, Kevin und Don werden derweil auf den November trainiert, um sportlich und agil die Vielseitigkeitsprüfung zu bestehen. Zu Recht, wie sie beim Tag der offenen Tür eindrucksvoll zeigten. Bleibt allerdings noch die Frage, was den „Eintrachtboxer“ Maddox von besagter Fußballmannschaft unterscheidet. Eigentlich gar nichts. Denn beide haben das sportliche Ziel, würdig ihre Klasse zu behaupten. Auch wenn es sehr viel Mühe und Schweiß kostet. (got)