Hallo, liebe Freunde, ich bin eine geprüfte Begleithündin!!    

Am vergangenen Sonntag habe ich meine Begleithundeprüfung erfolgreich bestanden. 

Aber die Geschichte beginnt ja eigentlich schon viel früher:

Seit einigen Wochen übt Anna mit mir nur noch bei Fuß gehen, Sitzen, Platz machen, um die Ecken laufen, mal mit, mal ohne Leine, durch eine Gruppe von Leuten gehen –die ich ja doch alle kenne und mit denen ich auch gerne spielen möchte- aber ich muss das alles ganz ordentlich machen, nur dann ist mein Zweibeiner zufrieden. Immer reden sie von der anstehenden BH. Was ist das nur?? Mit dem Sitzen und dem Platz machen habe ich meine Schwierigkeiten, ist doch doof, Anna geht weiter und ich muss zurück bleiben. Na, wenn sie unbedingt will setze ich mich halt. Lohnt sich ja auch, denn anschließend bekomme ich meinen heißgeliebten Ball und ich kann eine Weile über den Platz springen. Nur nicht lange, dann geht es wieder von vorne los.

Auch zu Hause ist es manchmal komisch. Anna ist gereizt, Bernd brummt und sagt: „Bin ich froh, wenn diese verd...... Prüfung vorüber ist, du bist ja nicht auszustehen“. Nicht nur auf dem Trainingsplatz wird geübt, auch beim Spazierengehen klemmt der Ball unter Annas Arm, und ich muss brav bei Fuß gehen. Doch hin und wieder fällt er runter und ich fange ihn auf und renne schnell weg. (Komme auch brav zurück, wenn ich gerufen werde.) Jetzt höre ich immer öfter: Noch drei Wochen, dann noch zwei Wochen, dann nächste Woche, dann noch soviel Tage, wuff, die gehen mir auf den Keks. Am Samstagmorgen, meine Zweibeiner meinen ja ich würde schlafen, ich tu’ aber nur so und bekomme alles mit, höre ich wie Anna Bernd erzählt, was sie in der Nacht geträumt hat. „Es ist Prüfungstag und der Hundeplatz ist nicht leer wie gewöhnlich, sondern gefüllt mit Buden, Ständen, jede Menge Menschen, und da soll ich meine Prüfung machen. Geht natürlich nicht und ich falle durch.“ Jetzt weiß ich auch, warum bei Anna mitten in der Nacht das Licht brennt, denn wenn ich so einen Schwachsinn träumen würde könnte ich auch nicht schlafen.

Endlich ist Sonntag, der 13. Mai 2007. Wir fahren zum Boxer-Klub und ich freue mich schon darauf, dass ich nach dem Fuß, Sitz, Platz, durch eine Gruppe von Leuten gehen, Schutzdienst machen kann und Peter beißen. Das mache ich zu gerne. Ich reg’ mich zwar immer schrecklich auf, aber es ist einfach toll.

Nur heute, alles ist irgendwie anders. Jede Menge Autos, Ramona ist auch schon ganz blass, Regina sitzt nur da und sagt kein Wort, und Anna tigert ständig umher. Nur Bernd ist ruhig und sagt: „Das klappt schon“. Wir gehen noch eine Weile im Wald spazieren, ich kann mich noch ein wenig austoben und alles hinter mir lassen, was so nötig ist. Als wir zurückkommen wundere ich mich warum so viele Leute da sind und zugucken.

Heute gehe ich zusammen mit Kevin und Ramona auf den Platz. Komisch!!!! Sven ist nicht da, dafür steht Willi (den kenne ich ja) und eine fremde Frau auf dem Platz. Diese hat eine Pappe in der Hand und schreibt. Ist das jetzt die Prüfung, von der alle reden?

Zuerst muss ich mich hinlegen und Anna geht ein Stück von mir weg. Kenn ich doch! Ramona läuft mit Kevin über den Platz und macht mit ihm alle Übungen, die ich auch mache und ganz gut kann. Dann wird Kevin abgelegt und ich laufe mit Anna wie sonst auch. Ich hab’s auch gutgemacht, nur hinsetzen wollte ich mich nicht, da habe ich mich halt gelegt. War wohl falsch, macht aber nichts, sonst war ich richtig gut. Als wir fertig waren hat die Frau Obermüller -so heißt die fremde Frau, das war die Richterin- gesagt, was wir alles richtig und auch was wir falsch gemacht haben. Dann hat sie gesagt wir hätten den ersten Teil der Prüfung bestanden. Anna hat mich dann ganz doll geknuddelt und war richtig glücklich.

Beim zweiten Teil der Prüfung sind wir alle auf die Straße gegangen und wir mussten zeigen, dass wir alle ganz tolle und gut erzogene Hunde sind. War easy, muss wohl sein. Auf jeden Fall haben wir alle fünf Hunde diesen Teil der Prüfung mit links gemacht.

Das war ein toller Tag. Zu Hause habe ich mich dann schnell in mein Bettchen gekuschelt und erst mal eine Runde geschlafen.

Liebe Freunde, bis zum nächsten Mal grüßt Euch herzlich

Eure Amanda

(c) Anna Hoffmann, erschienen im Rundschreiben "Frankfurts Boxer bellen I/2007" im Mai 2007